Jugend-Raum: Beteiligung Jugendlicher in der Planung

CH: “BaBeL Kids” Sozialraumorientierte soziokulturelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im benachteiligten Quartier Basel-/ Bernstrasse in Luzern

Basierend auf den Ergebnissen einer Quartieranalyse wurden seit 2003 ver-schiedene Aktivierungs-, Beteiligungs- und Förderaktivitäten für Kinder und Jugendliche durch die Hochschule Luzern für Soziale Arbeit durchgeführt.
Es handelt sich um ein benachteiligtes Quartier mit überdurchschnittlich vielen Kindern und Jugendlichen. Sprachliche, motorische und kognitive Fähigkeiten sind unterentwickelt, während Fernsehkenntnisse sehr ausgeprägt sind. Obwohl die Umgebung anregungsarm ist, ist die Freizeit von Strasse und Fernseher geprägt. In mittelschichttypischen Freizeitangeboten wie Musikschulen und Kinderorganisationen wie Pfadi sowie bei familienergänzender Betreuung sind sie untervertreten.
Quartierkoordination in BaBeL
Verschiedene Quartierinstitutionen, die vorher nebeneinander gearbeitet hatten, beschlossen, im Rahmen von BaBeL ihre Aktivitäten zugunsten der Kinder und Jugendlichen zu bündeln. Ein neu gebauter Spielplatz mit Gefahr von Littering und Vandalismus wurde zum Ausgangspunkt von “BaBeL Kids”.
Die Spielplatzeröffnung wurde gemeinsam mit Stadtgärtnerei und dem Luzerner Kinderparlament geplant. Eine Stiftung sicherte die personelle Spielplatzbetreuung für 3 Jahre. Spielnachmittage, ein alter Zirkuswagen als Treffpunkt, ein Putzheldenspiel usw. bewirkten, dass der Raum innert weniger Monate zum beliebten Treffpunkt und Erfolgsmodell wurde. Flankierend dazu wurden weitere Massnahmen für Kinder ins Leben gerufen: Schule, familienergänzende Betreuung, Elternarbeit und mobile Jugendarbeit wurden sozialräumlich ausgerichtet. Unwirtliche Orte wie eine Eisenbahnbrücke wurden aufgewertet, die meist unbekannten Wälder wurden (wieder)entdeckt, organisierte Besuche in Museen und Kunsteisbahn durchgeführt sowie mittels “Quartierspionage” die Umgebung kritisch erkundet. Aus finanziellen Gründen waren keine neuen Einrichtungen möglich, jedoch wurden die Besuchszeiten von Spielgruppen in der Pfarrei mit finanzieller Unterstützung der Stadt den Arbeitszeiten der Eltern angepasst, um Migrantenkinder vermehrt anzusprechen.
www.babelquartier.ch
Fazit
Die Situation der Kinder und Jugendlichen hat sich verbessert, was auch die Schulhausleitungen bestätigten und die Lehrer stellten aufmerksamere Kinder fest, wenn sie die Nachmittage nicht vor dem Fernseher verbrachten.

 

D: Frische Blicke auf die Stadt

Gezielt soll der Blick der Kinder und Jugendlichen als heutige und zukünftige Bürger auf die Stadt gelenkt werden. Es werden Bausteine und Medien zum eigenen Stadtteil und ganz allgemein zu “der Stadt” entwickelt. Das Projekt will das eigene Engagement in der Stadt, urbane Bildung und zugleich Schlüsselqualifikationen wie Lesen, Schreiben, Umgang mit technischen und elektronischen Medien, Präsentation, Organisation vermitteln. Das Projekt möchte damit Begabungen und Ressourcen wecken und öffentlich machen. Durch ernsthafte Arbeit soll die Möglichkeit zur Mitgestaltung gegeben werden. Nicht Wunschlisten und Traumhäuser sollen entworfen werden, sondern die Herausforderungen in benachteiligten Stadtquartieren mit heterogener Bewohnerschaft sollen wahrgenommen und Ansätze für eine Umsetzung entwickelt werden.
Vorgehen: Workshops oder Feriencamps mit Kindern oder Jugendlichen, Kulturschaffenden, engagierten Fachleuten, in denen gemeinsam gearbeitet wird.
Bausteine sind:

  •  Stadt-Bilder
  • Pläne
  • Praktische Arbeiten am Modell (ergänzt durch Videoclip, Interview, Si-mulationsspiel)
  • Stadt lesen / über Stadt schreiben
  • Film: Streifzüge mit der Kamera mit Filmszenen aus dem Quartier

Projektgebiete: Stuttgart-Giebel, Stuttgart-Hallschlag
www.frischeblicke.de

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Projekt Jugend-Raum

Die Homepage ist das Ergebnis des Forschungsprojekts "Jugend-Raum – Aneignung öffentlicher Räume durch Jugendliche", das von 2009 bis 2011 durch die Hochschule für Technik Rapperswil in sechs Städten und Gemeinden durchgeführt wurde.

Das Buch "JUGEND-RAUM" zum Projekt kann hier bestellt werden.

Kontakt

Hochschule für Technik Rapperswil
Institut für Raumentwicklung
Raimund Kemper
Oberseestr. 10, 8640 Rapperswil

+41 (0)55 222 48 91
rkemper@hsr.ch
www.irap.ch; www.hsr.ch

Aktuelles

Tagung
JUGENDLICHE IN ÖFFENTLICHEN RÄUMEN
– ZWISCHEN ANEIGNUNG UND PLANUNG
08. November 2012
Rapperswil
Materialien zur Tagung